Mara Franks persönliche Sommerfrische
9 Herzensorte rund um Oberstdorf
Wenn die Hitze in der Stadt steht und das Gedankenkarussell sich immer schneller dreht, wird mein Wunsch nach Weite groß. Dann zieht es mich hinaus – nicht weit, aber hoch. In die Berge. Zu meinen Orten.
Neun Lieblingsplätze sind es, die mich durch den Sommer tragen. Manche davon wild, andere fast unscheinbar. Aber alle haben eines gemeinsam: Sie schenken mir Leichtigkeit. Und ein bisschen das Gefühl, wieder Kind zu sein.
Kommen Sie mit?
1. Der Eissee – kurz vor dem Atemstillstand
Ich gebe zu: Ich überlege jedes Mal. Wirklich hineinspringen? Das Wasser ist eiskalt. Glasklar. Und wenn ich es dann doch tue – ganz kurz, ganz mutig – fühlt es sich an wie ein Neustart. Danach sitze ich auf einem Stein, blicke hinüber zur Höfats und denke: Wer braucht schon Meer?
Die Käseralpe ist dann nicht mehr weit. Und der Käse schmeckt doppelt gut mit warmem Handtuch auf den Schultern.
2. Hochberg Alpe – Heimatgefühle mit Aussicht
Manchmal reicht mir schon der Klang. Kuhglocken, eine sanfte Brise, das Rauschen von nichts. Die Hochberg Alpe liegt still und freundlich da – mit selbstgemachtem Käse, einem Lächeln der Bäuerin und dieser Aussicht, die immer bleibt.
Ich sitze dort gern. Allein. Und lasse den Tag einfach mal ziehen.
3. Hinanger Wasserfälle – ein kleiner Dschungel im Allgäu
Der Weg ist nicht weit. Und doch ist alles plötzlich anders. Die Luft wird feuchter, moosiger. Das Licht fällt in kleinen Flecken durch die Bäume. Und dann höre ich es: das Rauschen, das Kichern des Wassers.
Ich stelle mich gern nah heran. Der feine Nebel auf der Haut fühlt sich an wie ein zarter Sommergruß.
4. Haldenwanger Eck – dort, wo Deutschland endet
Ich mag diesen Ort. Weil er sich nicht aufdrängt. Weil man dort stehen kann, still, mit Blick auf das große Ganze – und plötzlich begreift, wie klein das eigene Grübeln ist.
Kein Selfie-Spot, kein Lärm. Nur Weite. Und Frieden.
5. Café Zenzimilia – ein Kuchenplatz mit Charakter
19 Kilometer. Und die letzten Meter haben es in sich. Aber der Kuchen! Der Kaffee! Und dieser Flammkuchen am Sonntag… Ich liebe dieses Café, weil es echt ist. Stylisch, ja. Aber nicht gewollt. Man kommt an, bestellt, lächelt – und bleibt länger als geplant.
Mit E-Bike hin. Oder mit Auto. Hauptsache hin.
6. Schattenberg – „mein Berg“
Kein Weg, keine Markierung. Nur steil. Und wild. Wenn ich den Schattenberg gehe, dann weiß ich: Heute will ich es wissen. Der Schweiß tropft. Die Beine brennen. Und doch – oben, mit Blick auf Oberstdorf, fühlt sich alles leicht an.
Ich sitze dann auf dem Stein, trinke Wasser und denke: Das war ich. Ganz allein.
7. HerzWerk Patisserie – süßer Halt am Straßenrand
Fast läuft man vorbei. Aber das wäre schade. Denn Laura zaubert. Nicht laut, nicht bunt – sondern fein. Und mit Gefühl. Kein Stück ist wie das andere. Alles schmeckt wie eine kleine Hommage an den Moment.
Ich nehme mir meistens zwei. Für später. Und esse beide sofort.
8. BADER – Mode mit Meinung
Ein Laden wie ein guter Freund. Persönlich, ehrlich, stilvoll. Keine Masse. Nur Klasse. Wenn ich etwas Besonderes suche – für einen Abend, für den Herbst, für mich – gehe ich zu BADER. Und finde es. Immer.
9. Kegelkopf – der Platz mit der Bank
Der Weg ist lang, die Sonne brennt, der Schweiß läuft. Aber ich weiß: Da oben wartet sie. „Meine“ Bank. Sie steht wirklich da – auf dem Kegelkopf. Und wenn ich auf ihr sitze, sehe ich alles. Und nichts.
Ein Gipfel, ganz für mich. Ein Moment, den ich nie teile – außer jetzt.