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Abenteuer auf der Via Claudia Augusta – Mit dem Fahrrad über die Alpen

01.10.24
Tag 1: Abfahrt bei Sonnenschein und eine Schneeballschlacht

Am 15. September ging es endlich los. Wir starteten gegen 11:30 Uhr in Reutte und hatten super Wetter – was für ein Glück! Unser erstes großes Ziel war der Fernpass, und ich kann euch sagen: Der war eine Herausforderung. Viele Schotterwege, also gute Reifen waren echt Pflicht!

Oben angekommen, gab's eine kleine Schneeballschlacht – und ich habe alle getroffen! Ha! Nach gut 50 Kilometern kamen wir gegen 17 Uhr in Imst an und verbrachten die Nacht in einem urigen Gasthof mit Radlstation. Genau das Richtige für uns nach einem langen Tag.

Tag 2: Saukalt und steile Forstwege

Am nächsten Morgen fuhren wir gegen 9:30 Uhr los. Das Wetter sah leider gar nicht gut aus. Wir haben alles angezogen, was wir hatten, aber es war immer noch viel zu wenig. Unterwegs – ich glaube, es war in Nassereith – kauften wir noch Regen- und Schneehosen. Die waren bitter notwendig, denn es war saukalt. Trotz schnellen Radelns sind wir nicht warm geworden.

Der Weg zum Reschenpass war dann eine Herausforderung. Eine Baustelle am Pass bedeutete, dass die Umgehungsstraße gesperrt war. Also ging's über einen alten, sehr steilen und holprigen Forstweg. Zum Glück war Robert „super“ vorbereitet und ein toller Guide! Ab einer bestimmten Stelle war der Reschenpass nur für Räder geöffnet – das war echt toll. Allerdings hatte unser Lastenfahrrad keinen Akku mehr, und so nahm Robert es ans Seil und zog es hoch. Oben konnten wir dann endlich Akkus laden und uns ein wenig aufwärmen – es waren gefühlt 6 Grad. Bei starkem Gegenwind ging es weiter am Reschensee vorbei und hinunter ins Tal.

Nach über 100 Kilometern und mehr als 10 Stunden unterwegs, kamen wir total durchgefroren in Mals/Glurns an. Wir waren so froh, ein heißes Bad und ein großartiges Hotel – „Grüner Baum“ – gefunden zu haben. Die Zimmer waren modern, das Essen großartig, und wir konnten uns wunderbar erholen.

Tag 3: Italienisches Paradies und Apfelplantagen im Vinschgau

Am nächsten Tag stand eine 80-Kilometer-Etappe an – und es wurde endlich warm, kaum dass wir in Italien waren! Eigentlich wollten wir, bis Bozen fahren, aber als wir in Meran ankamen, stellten wir fest, dass in ganz Bozen kein Zimmer zu bekommen war. Also landeten wir in Lana – und es fühlte sich ein bisschen wie im Paradies an: Sonne, schöne Burgen und unendlich viele Apfelplantagen. Auch Eva hätte hier für Adam genug Äpfel gefunden, so viele gab es!

Tag 4: Die Etsch entlang, durch Südtirol, nach Trient

Mittwoch ging es weiter, wieder bei Sonnenschein. Die Strecke führte uns wieder vorbei an zahllosen Apfelbäumen und immer entlang der Etsch. Es war faszinierend, wie gut die Radwege ausgeschildert waren – wir folgten immer der Via Claudia Augusta, dem alten Handelsweg der Römer. Das einzige Problem war in den Städten wie Meran und Trient, wo wir uns ein paarmal verfahren haben. Aber mit der Sonne als Orientierung hat's dann doch geklappt!

Unser Hotel in Trient war ein kleines Boutiquehotel direkt an der Plaza – sehr charmant und perfekt zum Entspannen nach einem langen Tag. Das Highlight: riesige Bäder mit kleinen Saunen, genau das, was wir brauchten! Natürlich haben wir ausgiebig italienisch gegessen – Kohlenhydrate sind ja wichtig. 😉

Tag 5: Ankunft in Riva und ein Bad im Gardasee

Eigentlich wollten wir erst am Freitag in Riva ankommen, aber wir waren einfach „zu schnell“ 😉 unterwegs. Am Donnerstag fuhren wir schon gegen 15 Uhr in Riva ein. Wir waren richtig stolz auf uns und glücklich, unfallfrei angekommen zu sein! Noch ein großartiges Abendessen, und dann sind wir müde ins Bett gefallen.

Der krönende Abschluss unserer Tour war am letzten Tag ein Bad im Gardasee – unser persönliches Ziel war damit erreicht. Kurzfristig entschieden wir uns dann noch, nach Rovereto zu radeln, wo uns unser Freund Norbert (unser Mitarbeiter in der haustechnik) abgeholt hat. Treffpunkt war McDonald's – ein letzter gemeinsamer Burger, bevor es heimwärts ging. Um 22:30 Uhr waren wir glücklich und erschöpft wieder zu Hause.

Freunde fürs Leben/Fazit

Mit uns unterwegs waren auch unsere Freunde Monika und Günther (Beide Herren verbindet unter anderem die gemeinsame Zeit bei der Bundeswehr.). Es war wunderschön und entspannt – und das Beste: Wir sind immer noch befreundet! 😊 Nicht selbstverständlich nach so einer Tour, aber das zeigt, wie gut wir zusammen harmonieren.

Die Via Claudia Augusta ist eine der schönsten Möglichkeiten, die Alpen mit dem Fahrrad zu überqueren. Ob allein, in einer Gruppe (so wie wir vier) oder mit der Familie – die Mischung aus Natur, Geschichte und Kultur macht diese Route zu einem unvergesslichen Erlebnis. Wer auf der Suche nach einem Abenteuer ist, das sowohl sportlich als auch kulturell bereichernd ist, wird auf der Via Claudia Augusta garantiert fündig.

Kulturelle Entdeckungen entlang der Strecke

Entlang der Via Claudia Augusta gibt es viel zu entdecken: Historische Städte wie Füssen und Landeck bieten kulturelle Highlights, und die Gastfreundschaft entlang der Strecke lässt keine Wünsche offen. Die vielen kleinen Gasthäuser und Restaurants laden zu kulinarischen Pausen ein, bei denen man regionale Spezialitäten probieren kann – sei es bayerische Weißwurst, Tiroler Speck oder italienische Pasta. Die Route ist eine wahre Reise durch die verschiedenen Kulturen und Landschaften Mitteleuropas.

Der Weg ist das Ziel

Die Via Claudia Augusta bietet nicht nur atemberaubende Panoramen, sondern auch einen tiefen Einblick in die Geschichte der Region. Die Strecke folgt vielen historischen Pfaden, die bereits von den Römern genutzt wurden, und ist gespickt mit interessanten Museen und Informationszentren, die über die Geschichte der Römerstraße aufklären. Ob man an den Ufern des Lech entlangfährt oder sich durch die Apfelplantagen Südtirols schlängelt – hier wird jeder Kilometer zu einem besonderen Erlebnis.

Praktische Tipps für die Tour

Die Via Claudia Augusta ist bestens ausgeschildert, und es gibt zahlreiche Möglichkeiten für Übernachtungen, von komfortablen Hotels bis hin zu gemütlichen Pensionen. Viele Radfahrer teilen die Strecke in mehrere Etappen auf, die je nach Fitnessniveau zwischen 40 und 80 Kilometer pro Tag liegen können. Die beste Reisezeit ist von Mai bis September, wenn das Wetter angenehm mild ist und die Bergpässe schneefrei sind.

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